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Benutzerauthentifizierung bei ausgehenden Webanfragen
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
- Microsoft ISA Server 2004
Oftmals ist es erforderlich, dass für ausgehende
Webanfragen (also Anfragen über http, https und ftp) eine Zugriffskontrolle auf
Benutzerebene erfolgen kann. In vielen Unternehmen wird aus arbeitsrechtlichen-
oder aus Sicherheitsgründen nicht allen Mitarbeitern ein uneingeschränkter
Internetzugang ermöglicht. Um das zu Kontrollieren ist der ISA Server bestens
geeignet. Der ISA Server kann grundsätzlich bei allen
Zugriffsarten Regeln pro IP-Adresse oder pro Benutzer freigeben. Standardmäßig
ist keine Benutzerauthentifizierung aktiviert.
Benutzerauthentifizierung kann an mehreren Stellen verwendet werden. Sobald
der Firewallclient installiert
ist, können für alle nicht-Webprotokolle benutzerabhängige Zulassungsregeln
erstellt werden. Somit kann z.B. erreicht werden, dass für Benutzer Birgit von
jedem Rechner aus ausgehende SMTP Anfragen erlaubt sind. Ohne den Firewallclient
würde dies nur über
Clientadresssätze und somit nur basierend auf einer oder mehreren IP-Adresse
möglich sein.
Damit auch für die Webprotokolle http, https und ftp eine
Benutzerauthentifizierung möglich wird, muss der
Webproxyclient verwendet
werden. Sowohl der Firewallclient als auch der SecureNAT-Client scheitern am
Webproxyfilter. Zuvor muss natürlich der ISA
Server für die Benutzerauthentifizierung konfiguriert werden.
Dazu muss man im Knoten Netzwerke in die Eigenschaften des internen
Netzwerkes gehen:


In der Registerkarte "Webproxy" kann man den Webproxy für dieses Netzwerk
aktivieren und den Abhörport (Listener) konfigurieren. Standard ist Port 8080.
Über die Schaltfläche "Authentifizierung..." gelangt man zu folgenden
Optionen:

Über den Schalter Authentifizierung ist für alle Benutzer erforderlich
wird die Authentifizierung für das ganze interne Netzwerk eingeschaltet.
Hinweis: Wird der Schalter "Authentifizierung ist für alle Benutzer erforderlich"
nicht aktiviert, kann dennoch eine Benutzerauthentifizierung erzwungen
werden. Wenn eine Regel für http/ftp mit einer Gruppe existiert, gilt diese
auch nur für die Gruppenmitglieder. Unabhängig vom gesetzten Schalter. Es
ist daher immer wichtig, die richtige Authentifizierungsmethode zu
verwenden. In einer reinen Windows-Umgebung sollte die Integrierte
Authentifizierung aktiviert sein.

Im oben abgebildeten Fall haben die Mitglieder der Gruppe
Administratoren uneingeschränkten Internetzugriff. Alle anderen Benutzer
dürfen nur die Webseiten aufrufen, die durch die
Systemrichtlinie
erlaubt sind.
Je nach vorhandener Netzwerkumgebung muss jedoch die
Authentifizierungsmethode angepasst werden. Dies ist zum Beispiel der Fall wenn
als Webbrowser nicht der Microsoft Internet Explorer (ab 5.x) verwendet wird.
Die anderen Browser unterstützen nämlich die Integrierte Authentifizierung
nicht.
Hier eine kurze Zusammenstellung der fünf angebotenen
Authentifizierungsmethoden (Auszug aus der Online-Hilfe):
- Standardauthentifizierung
HTTP verwendet als Standardauthentifizierungsmethode die
Standardauthentifizierung. Die Standardauthentifizierung sendet und empfängt
Benutzerinformationen als leicht lesbare Textzeichen. Während Kennwörter und
Benutzernamen verschlüsselt werden, wird bei der Standardauthentifizierung
keine Verschlüsselung verwendet. Im Folgenden wird das
Authentifizierungsverfahren bei der Standardauthentifizierung beschrieben:
- Der Client fordert den Benutzer auf, Benutzername und
Kennwortinformationen einzugeben.
- Die Anmeldeinformationen werden anschließend vom Client
verschlüsselt und an den Server gesendet.
- Für den Benutzernamen wird das Vorhandensein eines Kontos auf dem
Microsoft Internet Security & Acceleration Server-Computer (ISA Server)
oder in einer vertrauten Domäne des ISA Servers überprüft.
- Digestauthentifizierung
Die Digestauthentifizierung bietet dieselben Funktionen wie die
Standardauthentifizierung, die Authentifizierungsinformationen werden jedoch
auf andere Weise übertragen. Die Authentifizierungsinformationen durchlaufen
einen Einwegprozess, der oft als Hashprozess bezeichnet wird. Das Ergebnis
dieses Prozesses wird Hashwert oder Nachrichten-Hash genannt. Es kann nicht
entschlüsselt werden, d. h. der ursprüngliche Text kann nicht aus dem
Hashwert entziffert werden.
Vor dem Hashprozess werden zusätzliche Informationen zum Kennwort
hinzugefügt, sodass niemand den Kennworthashwert erfassen und zur Nachahmung
des echten Benutzers verwenden kann. Es werden Werte hinzugefügt, die bei
der Identifizierung des Benutzers, des Computers und der dazugehörigen
Domäne helfen. Um zu verhindern, dass ein widerrufenes Kennwort verwendet
wird, wird hier eine Zeitmarkierung hinzugefügt. Dies ist ein deutlicher
Vorteil gegenüber der Standardauthentifizierung, da das Kennwort nicht
abgefangen und von einer unberechtigten Person verwendet werden kann.
Die Digestauthentifizierung kann nur in Windows 2000-Domänen verwendet
werden.
- Integrierte Windows-Authentifizierung
Die integrierte Windows-Authentifizierung ist eine sichere Form zur
Benutzerauthentifizierung, da der Benutzername und das Kennwort nicht über
das Netzwerk gesendet werden. Die integrierte Windows-Authentifizierung kann
entweder das Kerberos V5-Authentifizierungprotokoll oder das eigene
Herausforderung/Rückmeldung-Authentifizierungsprotokoll verwenden.
- SSL-Zertifikat
Sie können die Secure Sockets Layer (SSL)-Sicherheitsfunktionen zur
Authentifizierung verwenden. Wenn ein Client ein Objekt von einem Server
anfordert, gibt es zwei Möglichkeiten zur Zertifizierung:
- Der Server authentifiziert sich selbst, indem er ein
Serverzertifikat an den Client sendet.
- Der Server fordert den Client auf, sich zu authentifizieren. In
diesem Fall muss der Client dem Server ein geeignetes Clientzertifikat
präsentieren.
SSL führt die Authentifizierung durch, indem während des Anmeldeprozesses
der Inhalt einer verschlüsselten digitalen Identifikation vom Webbrowser des
Benutzers überprüft wird. (Die Benutzer erhalten ihre Clientzertifikate von
einer externen Organisation, der beide vertrauen.) Die Serverzertifikate
enthalten identifizierende Informationen über den Server. In den
Clientzertifikaten sind normalerweise identifizierende Informationen über
den Benutzer und die Organisation, von der das Zertifikat ausgestellt wurde,
enthalten.
- RADIUS
RADIUS (Remote Authentication Dial-In User Service) ist ein
Industriestandardprotokoll, das in RFC 2865, "Remote Authentication Dial-in
User Service (RADIUS)", beschrieben ist. Das RADIUS-Protokoll dient zur
Authentifizierung. Ein RADIUS-Client (in der Regel ein DFÜ-Server,
VPN-Server oder Drahtloszugriffspunkt) sendet Benutzeranmeldeinformationen
und Verbindungsparameterinformation in Form einer RADIUS-Nachricht an einen
RADIUS-Server. Der RADIUS-Server authentifiziert die
RADIUS-Clientanforderung und sendet eine RADIUS-Nachrichtenantwort zurück.
Clientanmeldeinformationen werden durch RADIUS-Server nicht nur
authentifiziert, sondern auch autorisiert. Wenn daher ISA Server vom
RADIUS-Server eine Antwort erhält, gemäß der die Clientanmeldeinformationen
nicht zugelassen werden, kann dies auch bedeuten, dass der RADIUS-Server den
Client nicht autorisieren konnte. Selbst nach erfolgter Authentifizierung
der Anmeldeinformationen kann ISA Server eine Clientanforderung unter
Umständen auf Grundlage der Autorisierungsrichtlinie des RADIUS-Servers
ablehnen.
Anmerkung: RADIUS-Benutzer müssen Anmeldeinformationen im Format
Domäne\Benutzer (und nicht als Benutzer@Domäne) an ISA Server übergeben.
Sie können ISA Server so konfigurieren, dass für die
RADIUS-Benutzerauthentifizierung bestimmte RADIUS-Server verwendet werden.
RADIUS-Authentifizierung für ausgehende Anforderungen
Bei Verwendung von IAS (Internet Authentication Service) als RADIUS-Server
müssen Sie im Einwählprofil der RAS-Richtlinie von IAS die unverschlüsselte
Authentifizierung aktivieren, d. h. PAP (Password Authentication-Protokoll)
oder SPAP (Shiva Password Authentication-Protokoll). Die Aktivierung von IAS
für PAP oder SPAP ist eine profilbasierte IAS-Einstellung. Alle
RADIUS-Clients, die diese Richtlinienbedingungen erfüllen, können dann eine
Verbindung zum IAS-Server über PAP oder SPAP herstellen.
Nun kann eine Richtlinie, die eines der Webprotokolle zulässt auf Benutzer oder Gruppen eingeschränkt
werden.

Stand:
Friday, 28. August 2009/DR.
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