ISA Server 2004 – ISA Server 2004 Einrichtung eines
3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk - Von
Marc Grote
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
- Microsoft ISA Server 2004
Dieser Artikel beschreibt die Einrichtung eines 3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk mit
Hilfe des ISA Server 2004 zum Schutz vor Zugriffen durch Wireless LAN Clients.
Die folgende Grafik zeigt den Aufbau der Infrastruktur für diesen Artikel.

ISA Server 2004 stellt verschiedene Netzwerkvorlagen zur
Einrichtung einer sicheren Infrastruktur zur Verfügung:
- Edgefirewall
- 3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk
- Frontfirewall
- Backfirewall
- Einzelner Netzwerkadapter
Wir konzentrieren uns auf die Besonderheiten der
3-Abschnitt-Umkreiskonfiguration.

Hilfe zur Einrichtung eines Netzwerkes finden Sie
hier. Für erweiterte Fragen zur Netzwerkkonfiguration lesen Sie diesen
Artikel.
Was ist eine DMZ
DMZ ist die Abkürzung für DeMilitarisierte Zone und
beschreibt einen gesonderten, geschützten Bereich innerhalb eines
Firewallsystems zur Platzierung von Servern/Diensten wie Webserver, DNS-Server
und Mailserver. Sinn einer DMZ ist die Schaffung einer zusätzlichen
Sicherheitszone für Dienste, welche von Extern genutzt werden sollen, aber aus
Sicherheitsgründen nicht im internen Netzwerk platziert werden soll. Es gibt
verschiedene Arten von DMZ. Klassisch gibt es das hier beschriebene 3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk
(Trihomed) und die Back-to-Back Firewall. Das
3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk wird sehr häufig als
Poor-Man's Firewall
bezeichnet, weil ein potentieller Angreifer nur einen
Host überwinden muss.
Für weiter führende Informationen zum Thema DMZ, lesen Sie sich folgende
Artikel durch.
Einrichtung
Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten bei der Einrichtung eines
3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk.
- Mit Hilfe der vordefinierten Netzwerkvorlage
3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk
- Händisch mit Hilfe von selbst erstellten Netzwerken,
Netzwerkregeln und Firewallregeln.
In diesem Artikel wird die Installation zu
Demonstrationszwecken mit Hilfe der Netzwerkvorlage vorgenommen, nach
erfolgreicher Installation das 3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk jedoch weitestgehend
auf die Anforderungen in diesem Artikel modifiziert.
Installieren Sie ganz normal ISA Server 2004, wie in folgendem
Artikel beschrieben. Nach erfolgter Installation können Sie mit Hilfe der
ISA Server Managementkonsole das Netzwerkdesign umstellen.
Für die Einrichtung eines 3-Abschnitt-Umkreisnetzwerkes ist ein ISA Server mit
drei Netzwerkkarten erforderlich. Benennen Sie jede Netzwerkkarte nach Ihre
Funktion, dass erleichtert die spätere Arbeit mit dem ISA erheblich, da Sie
immer wissen, welche Netzwerkkarte welche Funktion hat.

Das Interface INTERNET hat ein gesetztes
Standardgateway auf einen vorgeschalteten DSL-Router. Die IP-Adresse stammt aus
dem Bereich der privaten IP-Adressen.

Das Interface LAN besitzt eine IP-Adresse aus dem
privaten Adressbereich und einen Eintrag für einen DNS Server, welcher auf dem
ISA Server installiert ist. Der DNS Dienst auf dem ISA Server leitet DNS
Anfragen an einen externen DNS-Server weiter. Es bestehen grundsätzlich mehrere
Möglichkeiten zur Einrichtung einer Namensauflösung. Lesen Sie
hier mehr zum Thema DNS-Namensauflösung.

Das Interface WLAN besitzt ebenfalls eine IP-Adresse
aus dem privaten Adressbereich, aber KEIN Standardgateway.

Starten Sie den Netzwerkvorlagen Wizard, indem Sie in der ISA
Server Managementkonsole auf Konfiguration - Netzwerke klicken und
dann im rechten Fenster auf den Reiter Vorlagen klicken und dort
3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk auswählen.

Sie können die vorhandene Konfiguration in eine XML-Datei
exportieren um notfalls wieder auf die alte Netzwerkkonfiguration zurückgreifen
zu können. Klicken Sie dazu auf Exportieren und setzen Sie danach den
Vorgang durch Klicken auf Weiter fort.

Spezifizieren Sie jetzt den IP-Adressbereich des internen
Netzwerkes. Sie können den IP-Adressbereich manuell angeben, oder einen
IP-Adressraum auswählen, indem Sie auf Adapter hinzufügen klicken und
dort den entsprechenden Adapter auswählen (Sie sehen jetzt, warum es Sinn macht,
den Netzwerkkarten einen entsprechenden Namen zu vergeben).

Konfigurieren Sie in diesem Fenster den IP-Adressbereich für das Umkreis
Netzwerk (WLAN). Sie können den IP-Adressbereich manuell eingeben oder auf
Adapter hinzufügen klicken und den Adapter WLAN auswählen.

Wählen Sie den Adapter WLAN aus.

Nach Auswahl des Netzwerkadapters WLAN taucht der
korrekte IP-Adressbereich auf.

Der Netzwerkvorlagen-Wizard stellt eine begrenzte Anzahl an
Standardfirewallrichtlinien zur Verfügung. Wählen Sie hier die Richtlinie,
welche Ihren Anforderungen am gerechtesten wird.

Der Netzwerkvorlagen-Wizard hat seine Arbeit beendet.
Überprüfen Sie die Einstellungen und klicken dann auf den Button Fertig
stellen.

Im Anschluss an die Arbeit des Netzwerkvorlagen-Wizard, müssen
Sie die neuen Einstellungen übernehmen.

Der Netzwerkvorlagen-Wizard hat zahlreiche Einstellungen
vorgenommen. Es wurde ein neues Netzwerk mit dem Namen Umkreis erstellt,
welches wir für diesen Artikel in WLAN umbenennen werden.

Wie bereits oben erwähnt, wird das Umkreis Netzwerk
in WLAN umbenannt.

Für diesen Artikel ändern wir das Netzwerkverhältnis
für die Netzwerkregel UMKREISZUGRIFF auf NAT, da wir im Netzwerk
WLAN nur Access Points und Wireless LAN Clients mit privaten IP-Adressen
verwenden. In einem klassischen DMZ-Szenario verwenden die Server in der DMZ
öffentliche IP-Adressen, so dass die Auswahl Route für das
Netzwerkverhältnis angemessen wäre. Zusätzlich wird die Netzwerkregel von
UMKREISZUGRIFF in WLAN-EXTERN umbenannt, damit aus dem
Netzwerkregelnamen gleich hervorgeht, welche Konfiguration gemeint ist.

Jetzt wird noch die Netzwerkregel Umkreiskonfiguration
in WLAN-INTERN umbenannt und das Netzwerkverhältnis auf Route
gesetzt, da für diesen Zugriff keine IP-Adressen maskiert werden müssen.

Das Ergbenis:

Wichtiger Hinweis:
Netzwerkregeln vom Typ Route sind immer bidirektional, müssen also nur
einmal eingerichtet werden.
Webproxy- und Firewall-Client Unterstützung
Sollen Clients aus dem Netzwerk WLAN auch Webproxy Zugriff
erhalten, muss in den Eigenschaften des Netzwerkobjektes WLAN im Reiter
Webproxy, die Unterstützung für Webproxyclients aktiviert werden.
Das selbe gilt auch für die Aktivierung des Firewallclient.

Im letzten Schritt müssen Sie nur noch die vom
Netzwerkvorlagen-Wizard erstellten Firewallrichtlinien auf Ihre Bedürfnisse anpassen.

Für diesen Artikel wurden folgende Firewallrichtlinien
erstellt:

Sie haben die Konfiguration eines
3-Abschnitt-Umkreisnetzwerk erfolgreich abgeschlossen. Dieser Artikel hat
Ihnen die notwendigen Kenntnisse zur Arbeit mit dem Netzwerkvorlagen-Wizard
vermittelt, aber auch eine Anpassung der vom Wizard erstellten Objekte gezeigt.
Stand:
Friday, 28. August 2009/MG.
http://www.it-training-grote.de
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