SMTP-Anwendungsfilter
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich auf:
- Microsoft ISA Server 2000
Nach der Installation des ISA Servers im Firewall- oder Integrierten
Modus steht unter "Anwendungsfilter" ein
deaktivierter SMTP Filter zur Verfügung.

Der folgende Artikel möchte kurz die einfachste Schutzmöglichkeiten dieses
Filters beschreiben. Vorweg gesagt: der Filter ist sehr mächtig, jedoch werden
für fast alle Funktionen weitere (komplizierte) Konfigurationsschritte (->
Nachrichtenüberwachung [Message Screening]; in der Dokumentation auf der ISA
Server CD beschrieben) benötigt. Für diese erweiterten Funktionen wird ein
eigener Artikel erscheinen.
Der SMTP Filter hat in der Grundeinstellung folgende Registerkarten:

Wie eingangs erwähnt ist der SMTP Filter standardmäßig deaktiviert. Der Grund
darin wird weiter unten bei der Registerkarte "SMTP-Befehle" erklärt. Durch
aktivieren des Häkchens und anschließendem Neustart des Firewalldienstes (ein
Dialogfeld weist darauf hin) wird der Filter einsatzbereit.

Wenn die Nachrichtenüberwachung konfiguriert wurde, können an dieser
Stelle bestimmte Schlüsselworte gefiltert werden:

Unter "Aktion" stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
- Nachricht löschen: Die Nachricht wird verworfen
- Nachricht halten: Die Nachricht landet im Badmail-Verzeichnis
- Nachricht weiterleiten an: hier muss eine Adresse eingegeben werden,
an die die Nachricht weitergeleitet werden soll


An dieser Stelle können Anlagen blockiert werden:

Unter "Aktion" stehen wieder die drei Möglichkeiten zur Verfügung:
- Nachricht löschen: Die Nachricht wird verworfen
- Nachricht halten: Die Nachricht landet im Badmail-Verzeichnis
- Nachricht weiterleiten an: hier muss eine Adresse eingegeben werden,
an die die Nachricht weitergeleitet werden soll
Ich empfehle meistens, geblockte Mails nicht zu löschen sondern an
ein speziell überwachtes (und auf Viren geprüftes!) Postfach
weiterzuleiten. Somit geht keine Mail verloren, was je nach Einsatzzweck
in einem Unternehmen wichtig sein könnte. Es ist immer ein
Abwägungsspiel, welche Anlagen gesperrt werden sollen. Einerseits soll
möglichst eine hohe Sicherheit erreicht werden, andererseits sollen die
Anwender möglichst wenig in ihrer täglichen Arbeit behindert werden.
Folgende Anlagen sind prinzipiell als gefährlich einzustufen:
| .acm |
Windows Systemdatei |
.msi |
Windows Installationsdatei |
| .bas |
Visual Basic Klassenmodul |
.msp |
Windows Installationsdatei |
| .bat |
Batchfile |
.mst |
Visual Source Datei |
| .bin |
Binärdatei |
.ocx |
OLE Steuerungsdatei |
| .chm |
Kompilierte Hilfe-Datei |
.otm |
VBA Projekt Datei |
| .cmd |
Windows Kommandoscript |
.ov* |
Programm Overlay Datei |
| .com |
Ausführbare Datei |
.pif |
DOS-Programminformation |
| .cla |
Java Applet |
.pl |
Pearl Script |
| .class |
Java Applet |
.reg |
Registrierungsdatenbankdatei |
| .cpl |
Systemsteuerungsanwendung |
.scr |
Bildschirmschoner |
| .crt |
Zertifikat |
.scf |
Explorer Kommandodatei |
| .drv |
Gerätetreiber |
.sct |
Windows Scriptingkomponente |
| .exe |
Ausführbare Datei |
.shb |
Document Scrap Objekt |
| .fon |
Schriftart |
.shs |
Shell Scrap Objekt |
| .fot |
Schriftart |
.sys |
Systemdatei |
| .dll |
Dynamische Link Library |
.tlb |
Typ Bibliothek |
| .hta |
HTML Anwendung |
.url |
Internetverknüpfung |
| .ini |
Einstellungsdatei |
.vb |
VBScript Datei |
| .inf |
Installationsdatei |
.vbe |
VBScript Encoded Datei |
| .ins |
Internetkommunikationseinstellungen |
.vbs |
VBScript Datei |
| .isp |
Internetkommunikationseinstellungen |
.v*d |
Virtueller Gerätetreiber |
| .js |
JScript Datei |
.ws |
Windows Scriptingdatei |
| .jse |
JScripe Encoded Datei |
.wsc |
Windows Scripting Komponente |
| .lnk |
Verknüpfung (Shortcut) |
.wsf |
Windows Scriptingdatei |
| .mpd |
Miniport Gerätetreiber |
.wsh |
Windows Scripting Einstellungen |
 
In der Registerkarte "SMTP-Befehle" können (und sollten) verschiedene Befehle
gesperrt bzw. zugelassen werden, die bei der Kommunikation zwischen Mailservern
benötigt werden. Dies ist die einzige Sperrmöglichkeit, die ohne Installation
und Konfiguration der Nachrichtenüberwachung zur Verfügung steht und daher
genutzt werden sollte. Sämtliche SMTP Befehle, die hier nicht eingetragen sind
werden vom ISA Server geblockt, sobald der SMTP Filter aktiviert ist. Dies ist
auch der Grund, warum er direkt nach der Installation deaktiviert ist. Neben den
zugelassenen Befehlen kann auch die maximale Länge der Befehlsoptionen
festgelegt werden, um einen Pufferüberlauf zu verhindern.

Die meisten Befehle benötigen nur eine bestimmte Anzahl an nachfolgenden
Optionen, sodass dies keine Operative Einschränkung ist. Z.B. ist für das
Kommando "Mail from:" eine Länge von 266 Zeichen vorkonfiguriert. Dies reicht
sicherlich aus, um die komplizierteste Absendemailadresse abzubilden, denn
welche Mailadresse hat mehr als 266 Zeichen? Möglicherweise hat aber der interne
SMTP Server ein Sicherheitsloch, was ausgenutzt werden könnte, wenn man ihm
Mailadressen mit 2000 Zeichen übergibt. Um dem vorzubeugen setzt der ISA Server
mit seinem SMTP Filter eine Beschränkung.
Bestehende vorkonfigurierte Befehle können nicht gelöscht werden, sie können
nur deaktiviert werden. Es ist problemlos möglich, neue Befehle hinzuzufügen
(diese können dann auch wieder gelöscht werden).
Es empfiehlt sich, gefährliche oder nicht-benötigte Befehle prinzipiell zu
sperren:
- EXPN: Das EXPN (Expand) Kommando erweitert eine Verteilerliste, sodass
der Absender alle in der Verteilerliste enthaltenen Mailadressen
herausbekommen kann.
- TURN: Der TURN Befehl wird verwendet um die Rolle des Client und Server
zu verändern. Dies wird überwiegend dazu benutzt, um Unternehmen(steile)
Mails gesammelt von einem Smarthost oder Mailrelay abzuholen statt sie wie
gewöhnlich zugestellt zu bekommen.
- NOOP: Der NOOP (NO Operation) Befehl ist für den funktionalen Betrieb
überflüssig. Er bewegt den Mailserver lediglich dazu, eine OK-Statusmeldung
zu liefern. Im übertragenen Sinn ist er mit dem ping-Befehl vergleichbar.
- VRFY: Das VRFY (verify) Kommando wird dazu benutzt um einen
Benutzernamen beim Mailserver zu überprüfen.
Stand:
Friday, 28. August 2009/DR.
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